GEFALLENE DER STADT SELB
Erläuterungen

Die Ergebnisse einer Projektwoche der Hauptschule Selb machten mich im Jahre 2000 auf das Schicksal der beiden Wehrmachtsangehörigen Emil Göritz und Alfred Schreiber aufmerksam. Unter Fortführung der Ergebnisse dieser Projektwoche führten mich meine Nachforschungen weiter zum Soldatenfriedhof der Stadt Selb. Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, eine Erfassung der 115 dort Begrabenen kann nur Stückwerk sein. Angehörige wiesen immer wieder auf weitere Gefallene und Vermisste hin, welche verstreut über die europäischen Kriegsschauplätze, ja selbst auf fernen Kontinenten begraben liegen oder dort vermisst sind. In den verschiedensten Quellen konnten immer neue Angaben zu weiteren Kriegsopfern gefunden werden, was die Einrichtung einer Datenbank notwendig machte. Bei einem Abgleich der Daten war es sogar möglich Angehörigen die bisher unbekannte Grablage eines Gefallenen zu benennen. Durch die aktive Hilfe des Volksbundes halten diese nun, in Russland gefertigte Fotos der Grabesstätte des Vaters in Händen.

Aufgabe meiner heimatkundlichen Forschungen kann jedoch nicht die Suche nach Vermissten und Gefallenen sein. Diese heute noch wichtige, aber gleichzeitig auch schwierige Aufgabe führen der Suchdienst des Roten Kreuzes , der Volksbund sowie andere Einrichtungen in professioneller Weise durch. Selbst heute, 60 Jahre nach Kriegsende, ist kein Abschluss deren Tätigkeiten in Sicht. Erst jetzt haben sich die Archive des ehemaligen Ostblocks geöffnet. Der Volksbund erwartet für die nächsten 10 Jahre noch über 1 Million Grablagemeldungen. Wie viele Vermisstenschicksale können hier noch geklärt werden ?

Wie wichtig den Angehörigen die Aufklärung des Schicksals eines Vermissten ist konnte ich häufig bei oft sehr persönlichen Gesprächen erleben. Jetzt ist noch Zeit diese Arbeit an einem Gedenkbuch durchzuführen. Heute leben noch Zeitzeugen und Familienmitglieder welche die Gefallenen und Vermissten persönlich gekannt haben. Deren Erzählungen, die teils bruchstückhaften Erinnerungen der Kinder sowie die reinen Lebensdaten werden in einer Datenbank vermerkt.

Erfasst werden Personen, welche in Selb geboren sind, in Selb wohnhaft waren, aber auch nur in Selb Arbeit und Brot gefunden hatten. Durch die Vertreibung nach Kriegsende fanden viele Flüchtlinge in Selb eine neue Heimat. Somit wird die von mir erstellte Datenbank zu keinem rein Selber Gedenkbuch führen.

Diese Dokumentation entsteht aus rein privater Initiative, ohne kommerzielle Interessen. Sie wird nicht im Auftrag der Stadt Selb gefertigt. Nach Abschluss der Arbeiten ist die Veröffentlichung in Buchform geplant. Meine Planungen hinsichtlich eines Fertigstellungstermins mussten schon mehrfach durch unerwartete neue Quellenlagen revidiert werden. Ein konkreter Termin steht nun nicht mehr fest, die Arbeit geht weiter.

IMPRESSUM | Kontakt